Entwicklung des Open-Source Cookie Managers "Oil.JS" eingestellt? - Rätselraten um den Cookie-Manager Oil.JS von Axel Springer.

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Entwicklung des Open-Source Cookie Managers "Oil.JS" eingestellt? - Rätselraten um den Cookie-Manager Oil.JS von Axel Springer.

Bereits 2018 hatte sich der Axel Springer Verlag mit einer Initiative zur Entwicklung einer Open Source-Lösung für die Datenschutz/Cookie-Problematik hervorgetan und einen eigenen Cookie Manager entwickelt, der die neuen Datenschutz-Regularien transparent und für jedermann kostenneutral umsetzen sollte. Doch auf der Git-Hub-Seite des Projektes kündigen die bisherigen Entwickler an, dieses Projekt nicht mehr weiterzuverfolgen und auch nicht mit Bugfixes oder Sicherheitsupdates versorgen zu wollen.

Die Gründe für die Entwicklung einer eigenen Cookie-Consent-Manager-Lösung waren vielfältig. Zum einen wollte sich der Verlag unabhängig von kommerziellen Anbietern machen. Zum anderen bot die Eigenentwicklung Raum für eigene, individuelle Anpassungen. So erklärte Moritz Holzgraefe, Chief Operating Officer Corporate Digital Platforms bei Axel Springer, anlässlich eines Interviews mit dem Branchendienst Internetworld:

"Mit unserer eigenen Software können wir beispielsweise die Tonalität der Nutzeransprache, die grafische Gestaltung und die Platzierung im Browserfenster selbst bestimmen." (Quelle: Internetworld)

Auch eine eigene Interpretation der damals neuen Entwicklung in der Datenschutz-Gesetzgebung seien mit der Eigenentwicklung möglich. So ging man damals im Hause Springer davon aus, dass ein sogenanntes "hartes Opt-In" nicht nötig sei, um der europäischen Gesetzgebung Genüge zu tun. Ein hartes Opt-in sieht als zwingende Vorraussetzung zum Setzen von Cookies, dass der Besucher einer Webseite ausdrücklich seine Einwilligung erteilt. Bei Springer hielt man ein Opt-Out, also die Erklärung der User, man wolle keine Cookies, für ausreichend. Die Branchengröße Google und Apple hielten bereits damals ein hartes Opt-In für nötig. Die User sollten also ausdrücklich eine Einwilligung zum Setzen von Cookies erteilen. Der Cookie Manger von Axel Springer sah wahlweise beide Möglichkeiten vor.

Auch die Probleme, die das unkontrollierte Nachladen von sogenannten Third-Party-Cookies (Drittanbieter-Cookies) darstellt, sollen ausschlaggebend für die Entscheidung zur Eigenentwicklung gewesen sein. 


Entwicklung von Oil.JS eingestellt?

Mittlerweile scheint von dem ambitionierten Projekt jedoch nicht mehr viel übrig geblieben zu sein. Entgegen den vollmundigen Ankündigungen in der Vergangenheit und der bisherigen Vermarktung des Projektes, existiert nunmehr nur noch ein Hinweis auf der Github-Seite des Projektes:

„We very much regret that we, the previous OIL development team, are no longer able to support the OIL project with immediate effect. It will not be developed any further by us and we will not provide any bugfixes or security patches from now on. As an open source project it will remain available." (Quelle: https://github.com/as-ideas/oil)

Die Entwicklung von Oil.Js scheint stillschweigend eingestellt worden zu sein. Von den Pressesprechern des Konzerns und dem ehemaligen Entwickler AS.Ideas erfolgte nach unserer Anfrage bislang keinerlei Stellungnahme zur Fortführung oder weiteren Planungen. Wer die Anwendung weiterführen möchte, solle sich bei den bisherigen Entwicklern melden.

Dies ist um so ärgerlicher für diejenigen Webseitenbetreiber, die Oil.JS bereits in ihre Angebote intergriert hatten und nun mittelfristig andere Lösungen verbauen müssen, will man auf Dauer ein sicheres Cookie-Management auf der Höhe der technischen Entwicklung anbieten. Den Oil.JS-Manager für einzelne Webseiten weiterzuentwickeln, dürfte wirtschaftlich kaum leistbar sein.

Update (29.04.2020): Mittlerweile hat sich die Pressestelle von Axel Springer bei uns gemeldet und die Einstellung des Projektes  OIL.JS offiziell bestätigt.

Alternative CCM19

Alternativen zum Oil.JS-Cookie-Manager sind zahlreich vorhanden. So bietet auch die Eigenentwicklung „CCM19" der Softwareschmiede Papoo Software & Media GmbH eine kostenlose Variante für kleine oder privat betriebene Webseitenprojekte. Hier wird es so schnell keine Einstellung der Entwicklung geben und als zuverlässiger Supportpartner steht Papoo Software & Media GmbH auch Profis mit Rat und Tat zur Seite. Beispielsweise, wenn bei der Einrichtung der Software Hilfe benötigt wird oder individuelle Anpassungen nötig werden.

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